Eine kleine aber feine Weinkunde.

Grüner Veltliner

Der Grüne Veltliner ist die österreichische National-Rebsorte schlechthin. In nennenswerten Ausmaßen kommt diese höchstwahrscheinlich recht alte Rebsorte – genauer Ursprung und Herkunft liegen im Dunkeln, man weiß aber, dass es sich um einen Traminer-Abkömmling handelt, und dass der Grüne Veltliner mit den anderen Veltlinern kaum verwandt ist – nur in Österreich vor. In Niederösterreich sind fast 15.000 Hektar damit bestockt, das entspricht etwa 50% der gesamten Rebfläche. Alte Synonyme wie Weißgipfler oder Manhartsrebe sind mittlerweile kaum noch gebräuchlich, aber dafür hat sich die Stilistik des Grünen Veltliners in den letzten Jahren ganz erheblich verändert: Kelterte man ihn früher in erster Linie zu leichten Weinen mit herber Säure und dem berühmten „Pfefferl“, so ging man seit den 90ern dazu über, das Qualitätspotenzial dieser Rebsorte weiter auszuloten. Grüne Veltliner von tieferen Böden bestechen durch üppige Frucht und massive Extrakte, generell gilt der Grüne Veltliner als mindestens so lagerfähig wie der Riesling, entsprechende Qualität vorausgesetzt. In seiner leichteren Variante bleibt der Grüne Veltliner der nachgerade ideale Schankwein, auch als Sektgrundwein – vor allem in der Region rund um Poysdorf – findet er reichlich Verwendung. Quelle: Weinstraße NÖ

Frühroter Veltliner

Die auch als Malvasier bekannte Rebsorte ist eine Kreuzung der Sorten Roter Veltliner und Sylvaner, die beide schon seit sehr langer Zeit in Österreich heimisch sind, weshalb auch der Frührote Veltliner als typisch österreichisch angesehen wird. Seine hauptsächliche Verbreitung hat diese Rebsorte im Donauland, wo die Rebstöcke – mit dem Grünen Veltliner übrigens nicht verwandt – jene tiefen, kargen Böden finden, die sie so lieben. An die 560 Hektar gibt es Niederösterreich-weit heute noch, der Anteil geht aber langsam zurück.  Quelle: Weinstraße NÖ

Riesling

Als „König der Rebsorten“ gilt der aromatische Riesling alias Rheinriesling sicher nicht nur aufgrund seiner einzigartigen Aromatik von reifen Pfirsichen, Blüten und Johannisbeeren, sondern auch deshalb, weil diese besonders edle Sorte enorme Ansprüche an Boden und Klima stellt: Karg und mineralisch muss der Grund sein, heiß will er es tagsüber, kalt in den Nächten. Hohe und reife Säure zeichnet den niederösterreichischen Riesling (1.320 ha, das sind 4% der niederösterreichischen Rebfläche) ebenso aus wie sein fantastisches Aroma und seine Fähigkeit, die Mineralik des Bodens auf einzigartige Weise wiederzugeben. Quelle: Weinstraße NÖ

Chardonnay

Diese prestigeträchtige, „internationale“ Rebsorte, als deren Ursprung Kleinasien angenommen wird, ist in Niederösterreichs Weingärten schon lange heimisch, wurde hier zumeist unter der Bezeichnung „Feinburgunder“ gemeinsam mit dem Weißburgunder ausgesetzt. Reinsortig findet man den Chardonnay seit Ende der 80er-Jahre, Willi Bründlmayers nach internationaler Machart im Barrique ausgebauter Chardonnay 1986 etwa sorgte seinerzeit bei Verkostungen in Frankreich für großes Aufsehen. Die Ansprüche der Rebsorte – kalkreicher Boden, reichlich Sonne – werden in den meisten Regionen Niederösterreichs perfekt erfüllt, weshalb man diese französische Rebsorte von Carnuntum über das Donauland und das Kamptal bis in die Wachau überall findet. Sie dient dort entweder als feinfruchtiger Sektgrundwein nach Vorbild der großen Champagner, als Cuvée-Partner mit den Sorten Weiß- und Grauburgunder, oder als sortenreiner Spitzenwein, der neben seiner schmelzigen Aromatik von Apfel und exotischen Früchten vor allem den geschmacklichen Einfluss neuer Holzfässer sehr gut integriert. Chardonnay neigt zu höherer Reife, in den sonnenreichen Regionen Niederösterreichs werden Alkohol-Gradationen von 13 bis 13,5% daher leicht erreicht. Quelle: Weinstraße NÖ

Muskat Ottonel

In den 50er-Jahren des 19. Jahrhunderts in Frankreich ursprünglich als Tafeltraube gezüchtet, erfreute er die Winzer aufgrund geringer Ansprüche und hoher Erträge. Qualitativ ist der Muskat Ottonel hinter den Gelben Muskateller anzusiedeln, kann in seiner besten Form allerdings ein ähnliches Aroma erbringen. Seine frühe Reife prädestiniert ihn dazu, Jungweine und junge Schankweine aromatisch ein wenig anzureichern, entsprechend häufig (90 Hektar) findet man ihn dort, wo Heurigenkultur hochgehalten wird, also im Weinviertel und in der Thermenregion. Quelle: Weinstraße NÖ

Malvasier

Sortenname für etwa ein Dutzend Spielarten einer Weißweinrebe, die in der Regel einfache, alkoholreiche Weine hervorbringt. 

Blauburger

Mit fast 700 Hektar Rebfläche die drittwichtigste Rebsorte für Rotwein in Niederösterreich (2%), reinsortig und als Qualitätswein trifft man Blauburger allerdings selten an. Und zwar deshalb, weil diese Kreuzung aus Blauem Portugieser und Blaufränkisch, die Professor Fritz Zweigelt in den 20er-Jahren an der Weinbauschule Klosterneuburg durchführte. Farbpigmente besitzt der Blauburger nämlich nicht bloß in den Beerenhäuten, sondern auch im Fruchtfleich der Weinbeeren, unendlich dunkle Weine sind daher die Folge. Quelle: Weinstraße NÖ

Zweigelt

Der Zweigelt ist in mehrer Hinsicht von großem Interesse: Denn nicht nur, dass es sich bei dieser Kreuzung aus Blaufränkisch und St. Laurent um die erfolgreichste Neuzüchtung von Professor Fritz Zweigelt aus Klosterneuburg handelt, die Rebsorte ist mittlerweile die wichtigste Rotwein-Rebe Niederösterreichs – und das sowohl quantitativ wie auch qualitativ. Dabei wurde der Zweigelt – andere geläufige Bezeichnungen sind Rotburger oder Blaue Zweigelt-Rebe – 1922 ursprünglich ja gar nicht als Qualitäts-Bringer gezüchtet, sondern als Rotwein-Rebe, die auch im kühlen Klima Niederösterreichs und bei geringen Bodenansprüchen reichliche Erträge bringt. Das Verhältnis der Winzer zum Zweigelt hat sich aber spätestens in den 80er-Jahren und mit zunehmendem Interesse an hochwertigem Rotwein stark verändert: In optimalen Lagen – und da gibt es bei den über 2.100 Hektar in Niederösterreich eine Menge – kann der Zweigelt nämlich einen hochfärbigen Rotwein mit verführerischem Duft und Aroma reifer Kirschen und Weichseln erbringen, in guten Jahren und bei kellertechnisch richtiger Behandlung verfügt er auch über reifes, mürbes Tannin, mit Alkohol sind hochwertige Zweigelt-Weine ebenfalls reichlich ausgestattet. Der Ausbau in Barriques – entweder reinsortig oder als Cuvée mit internationalen Rebsorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah – bietet sich also nachgerade an. Auch im nördlichen Weinviertel ergibt der Zweigelt fantastische Weine mit kerniger Struktur und deutlicher Kirschfrucht – ohne Zweifel der erfolgreichste Rotwein des Landes. Quelle: Weinstraße NÖ

Blauburger Barrique

Blauburger - Barrique: Barrique ist die französische Bezeichnung für ein kleines, längliches Eichenfass mit 225 l Inhalt. Unter Barrique-Weinen versteht man Weine, die in solchen kleinen Eichenfässern längere Zeit hindurch ausgebaut worden sind. Ein Barrique-Ausbau verleiht dem Wein einen bestimmten charakteristischen, an Vanille erinnernden balsamartigen Holzton. 

Blauer Portugieser

Über den tatsächlichen Ursprungsort dieser Rebsorte, die auch noch als Vöslauer bekannt ist, streiten die Gelehrten, dass sie aus Portugal kommt, wie der Name vermuten lässt, darf jedoch angezweifelt werden. Aber wie auch immer, Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Blaue Portugieser erstmals in der Region um Vöslau ausgesetzt und verbreitete sich dann relativ rasch in den damaligen Kronländern sowie in Süddeutschland. Denn diese Rebsorte stellt so gut wie keine Ansprüche an Boden oder Standort, ist unkompliziert, erbringt enorme Erträge und reift darüber hinaus auch sehr früh. Ideale Voraussetzungen also für einfache, rote Schankweine, noch dazu, da der Blaue Portugieser eine sehr deutliche, zimtige Würzigkeit aufweist. Bis vor kurzem war der Blaue Portugieser noch die meist verbreitete Rotweinsorte in Niederösterreich, und da besonders im Weinviertel und in der Thermenregion anzutreffen, mittlerweile wurde ihr der Spitzenplatz allerdings vom Zweigelt abgenommen. Quelle: Weinstraße NÖ

Cabernet Sauvignon

Die auf der ganzen Welt verbreitete Rebsorte aus Bordeaux fand auch in Niederösterreich ihre Heimat, 107 Hektar davon stehen etwa im Weinviertel und in der Thermenregion.  Quelle: Weinstraße NÖ